ABWASSERABLEITUNG


Zur Planung einer Kanalisationsanlage sind eingehende Untersuchungen und Überlegungen über das für den Einzelfall zweckmäßige Entwässerungsverfahren notwendig, das nicht nur für den technischen und wirtschaftlichen Betrieb der Kanalisations- und Abwasserbehandlungsanlage, sondern auch für die Reinhaltung der Gewässer von wesentlicher Bedeutung ist.

In Gebieten, in denen durch stetiges Anwachsen der Bevölkerung und durch Industrialisierung der Wasserbedarf erheblich zunimmt, müssen einwandfreie hygienische Verhältnisse durch geordnetes Ableiten und Behandeln des Abwassers geschaffen werden.

Die vollkommene Ortsentwässerung ist Voraussetzung für eine einwandfreie Hygiene, für einen guten Lebensstandard, für einen notwendigen Gewässerschutz, für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung und stellt eine Vorwegnahme von Aufgaben dar, die nachfolgenden Generationen zugute kommen. Zur Gestaltung des Kanalnetzes gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Entwässerungsverfahren.

Wird das Schmutz und Regenwasser gemeinsam gesammelt und abgeleitet, so spricht man vom Mischverfahren, bei einer getrennten Sammlung und Ableitung vom Trennverfahren.

Daneben gibt es auch Zwischenstufen, wenn zum Beispiel das Straßenwasser im Regenwasserkanal, das Regenwasser von Dachflächen aber im "Schmutzwasserkanal" abgeführt oder auf dem Grundstück direkt versickert wird. Sämtliche Abwassereinleitungen aus einem Entwässerungsgebiet tragen zur Belastung der Gewässer bei. Entscheidend ist, welcher Anteil der vom abgeleiteten Schmutz-, Regen- oder Mischwasser mitgeführten Gesamtschmutzfracht durch Reinigungsmaßnahmen erfasst werden kann.

Deshalb ist im Gesamteinzugsgebiet einer Kläranlage nicht allein der Wirkungsgrad der Abwasserbehandlung für die Reinhaltung der Gewässer maßgebend. Mitbestimmend für sie ist auch die Wahl des Entwässerungsverfahrens (Misch- oder Trennverfahren) und die notwendige Sorgfalt bei der Planung, der Bauausführung und dem späteren Betrieb.